Nein zur Cannabis-Legalisierung! | Meinungsbeitrag in der Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung

Es gibt kein Recht auf Rausch. Besonders dann nicht, wenn die Gesundheit junger Menschen gefährdet ist. Gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nimmt die Zahl an psychischen Erkrankungen in den letzten Jahren zu. Wie in einer solchen Situation die Minister Karl Lauterbach, Cem Özdemir und die gesamte Ampel-Bundesregierung auf die Idee kommen können, den Weg für die Cannabis-Legalisierung freizumachen, ist mir schleierhaft.
In nahezu jedem Lebensbereich spricht die Bundesregierung den Bürgern ab, selbst eine mündige Entscheidung zu treffen. Ob bei Werbung für Süßigkeiten oder dem Einbau von Öl- und Gasheizungen – man verweist auf die Wissenschaft und fordert Verbote.
Doch ausgerechnet bei der Cannabis-Legalisierung will man die Wissenschaft nicht hören. Dabei warnen Wissenschaftler beispielsweise der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie Kinder- und Jugendärzte vor einer Legalisierung und den Folgen. Der Konsum von Cannabis bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Wahrscheinlichkeit an Psychosen, Depressionen, Angststörungen oder bipolaren Störungen zu erkranken, erhöht. Die Erfahrung anderer Länder sollte dabei Warnung und nicht Vorbild sein. In den US-Staaten, die Cannabis legalisiert haben, hat die Zahl der regelmäßigen Konsumenten nach der Legalisierung signifikant zugenommen. Außerdem ist dort eine Häufung von Verkehrsunfällen in Zusammenhang mit Cannabiskonsum zu beobachten. Doch all das scheint die Ampel-Politiker nicht zu interessieren.
„Hört auf die Wissenschaft!“ – möchte man der Regierung zurufen. Statt den Weg für die Legalisierung zu ebnen, sollten Hilfsangebote ausgebaut werden und der starke Rechtsstaat kriminelle Drogendealer konsequenter verfolgen. Daher werde ich im Deutschen Bundestag gegen die Legalisierung von Cannabis stimmen.
Dieser Meinungsbeitrag erschien im Rahmen der Reihe „Pro und Contra“ in der Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung (SZ/BZ). Den Contra-Beitrag schrieb Tobias B. Bacherle MdB (B’90/Die Grünen).